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Praxis Dr. med. Martin Andres

Neuraltherapie

Neuraltherapie


Die Neuraltherapie behandelt Krankheiten und Schmerzzustände mit Injektionen von Lokalanästhetika (Procain, Lidocain). Dabei wird aber nicht, wie in der Schulmedizin, die pharmakologische Wirkung des Lokalanästhetikums zur lokalen Schmerzausschaltung ausgenützt, sondern ihre eigentliche Wirkung entfaltet sich durch Einflussnahme auf lokale und übergeordnete Regelkreise. (z. B. der Regelkreis: Schmerz -> Verspannung -> Minderdurchblutung -> Schmerzverstärkung) Es ist eine gezielte Beeinflussung von örtlich begrenzten oder auch Allgemeinstörungen des Organismus unter Zuhilfenahme des vegetativen Nervensystems. Neuraltherapie ist daher mehr als nur eine therapeutische Lokalanästhesie; sie ist eine Regulations- und Umstimmungstherapie und so besonders für die Behandlung vieler funktioneller Störungen geeignet.


Geschichte der Neuraltherapie

1905 wurde das erste synthetische Lokalanästhetikum (Procain) entwickelt. Einige Jahrzehnte später entdeckte der Arzt Ferdinand Huneke dass man mit Lokalanästhetika nicht nur Gewebe schmerzunempfindlich machen konnt, sondern Schmerzen auch dauerhaft heilen konnte. Zusammen mit seinem Bruder Walter forschte er auf diesem Gebiet weiter. 1940 entdeckte er das sogenannte "Sekundenphänomen": Bei einer Patientin, die er längere Zeit erfolglos wegen Schulterschmerzen lokal und segmental behandelt hatte trat im Laufe der Behandlung eine reizung einer alten Narbe am Unterschenkel auf. Als er diese Narbe mit Lokalanästhetikum infiltrierte verschwanden schlagartig die Schmerzen an der Schulter. Huneke folgerte daraus, dass es örtlich begrenzte Reizzustände (Störfelder) im Körper geben muss, die über die Reizung von Nervenbahnen in einer anderen Körperregion Krankheiten und Schmerzen auslösen und aufrecht erhalten können. Er stellte drei Lehrsätze auf:

1. Jede chronische Krankheit kann störfeldbedingt sein.
2. Jede Stelle im Körper kann zu einem Störfeld werden.
3. Die Injektion des Lokalanästhetikums in das verursachende Störfeld heilt die störfeldbedingte Krankheit, soweit anatomisch möglich, über das Sekundenphänomen.

Huneke stellte auch fest, dass zwischen der Entstehung eines Störfeldes und der Auslösung einer störfeldbedingten Erkrankung mehrere Jahre vergehen könne.


Durchführung der Neuraltherapie:

Nach genauer Anamnese und Untersuchung erfolgt die Injektion des Lokalanästhetikums. Dabei stehen mehrere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • lokale Therapie am Schmerzpunkt (locus dolendi), auch scherzhaft "Davos-Methode" genannt (da, wo´s wehtut...)
  • Segmenttherapie: Injektion in das zum Schmerzpunkt gehörende Segment (Körperteil)
  • Therapie in eine zentrale Struktur des vegetativen Nervensystems (Ganglion)
  • intravasale Neuraltherapie (intravenöse Injektion)
  • Störfeldtherapie (Injektion in ein vermutetes Störfeld)

Anwendungsgebiete

Die Neuraltherapie eignet sich besonders zur Behandlung von Erkrankungen, die durch eine gestörte Körperregulation zustande kommen. Sie hilft daher besonders bei Funktionsstörungen von Organen, nicht aber bei bereits durch die Krankheit zerstörten Strukturen. Besonders eingesetzt wird die Neuraltherapie bei Behandlungen von fast allen akuten Schmerz- und Entzündungszuständen:

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Gelenkbeschwerden
  • Rückenbeschwerden
  • chronische Erkrankungen, besonders bei Verdacht auf ein Störfeldgeschehen
  • Mittelohrentzündungen
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Narbenschmerzen
  • Schmerzzustände nach Verletzungen, Unfällen oder Operationen
  • Schmerzzustände bei Krebserkrankungen als adjuvante Schmerztherapie
  • funktionell vegetative Störungen
  • Schwindel
  • Tinnitus
  • Durchblutungsstörungen

Kontraindikationen

- Allergie auf das Lokalanästhetikum oder dessen Konservierungsmittel oder Zusatzstoffe
- Gerinnungsstörungen und Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten
- schwere Infektionskrankheiten oder immunologische Krankheiten wie TBC oder MS
- bei Entzündungen der Haut
- bei Angst des Patienten vor Nadeln und Spritzen



Nebenwirkungen

Bei guter Kenntnis der Anatomie, der Injektionstechniken und Einhaltung der Höchstdosen ist die Neuraltherapie eine äußerst risikoarme Therapieform. Allergien und Medikamentennebenwirkungen kommen fast nicht vor, wenn auf Präparate ohne Zusatzstoffe und Konservierungsmittel ausgewichen wird. Eine Komplikation kann die Nachblutung bei vorher nicht bekannte Gerinnungsstörung sein.

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